Wenn Kinder Traumatisches erlebt haben

Wie kann ihnen darüber hinweggeholfen werden?

Angst vor dem Einschlafen, plötzliche Wutanfälle, Tränen ohne ersichtlichen Grund: Ein Kind, das Schlimmes erlebt hat, kann stark leiden. Das Nationale Netzwerk für psychologische Nothilfe (NNPN) hat diesem Thema seinen 1. Internationalen Kongress gewidmet. CareLink greift ganz kurz den praxisnahen Ansatz des Referenten Prof. Dr. Markus Landolt heraus.

Jedes Kind – überhaupt jeder Mensch – reagiert anders auf ein tragisches Ereignis. In der ersten Phase unmittelbar danach gilt es, für diese Person, egal welchen Alters, einfach da zu sein. Eine niederstufige Betreuung könne hier schon stark wirken, waren sich die Fachleute am internationalen Kongress des NNPN einig. Rund 100 Personen waren dazu nach Luzern gekommen.

Einfach da zu sein, heisst, Ruhe zu verbreiten nach all dem Aufwühlenden, das etwa ein Kind oder eine jugendliche Person gerade erlebt hat. Die Grundbedürfnisse der betroffenen Person stehen im Zentrum, sie sollen erfüllt werden. Für diese erste Phase, für diese niederstufige Betreuung, sind die Caregivers von CareLink gezielt ausgebildet und trainiert. Sie wissen, wie sie sich selber zu verhalten haben, um die Person oder die Personen wirkungsvoll zu unterstützen und einfühlsam zu begleiten.

Manchmal reicht eine Erstversorgung
Markus Landolt, Leiter Pädiatrische Psychologie am Universitäts-Kinderspital Zürich und Psychologie-Professor an der Universität Zürich, erachtet diese Erstversorgung in manchen Fällen sogar als ausreichend. Gemäss seiner Erfahrung, die er am internationalen Kongress NNPN ganz offen teilte, müssen ausschliesslich Kinder psychologisch betreut werden, die sich nach der ersten Phase auffällig verhalten.

Stellt sich jetzt die Frage, wann sich ein Kind auffällig verhält. Dazu hat Markus Landolt gemeinsam mit weiteren Fachleuten eine Beurteilungs- und Entscheidungshilfe für betroffene Eltern geschaffen. Ein Fragebogen, elektronisch abrufbar auf www.kidtrauma.com, gibt unmittelbar nach dem Ausfüllen – eine Sache von wenigen Minuten und wenigen Klicks – verlässlich Antwort. Die Website bietet auch einen noch einfacher gestalteten «Trauma Check» für Kinder, die älter als sechsjährig sind. Sie können ihn gemeinsam mit ihren Eltern ausfüllen. Je nach Resultat des Checks empfiehlt die Website, Kontakt mit einer psychologischen Beratungsstelle aufzunehmen. Die Informationen der Website basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Den «Trauma Check» für Eltern von allenfalls traumatisierten Kindern finden Sie auf www.kidtrauma.com

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