Wann macht ein firmeneigenes Interventions-Team Sinn?

Eine sachliche Darlegung von Pro und Kontra.

Die CareLink-Kunden können sich im Ernstfall voll und ganz auf das Know-how der erfahrenen Careteams verlassen. Einige wenige Kunden haben zusätzlich ein kleines internes Emergency-Team ausgebildet. Es trifft im Ernstfall erste Vorbereitungen, damit das professionelle Careteam von CareLink beim Eintreffen gleich anfangen kann. Wann ist ein internes Interventions-Team sinnvoll?

Die einen Unternehmen entscheiden sich für ein internes Emergency- oder Interventions-Team, die anderen – und das sind mehr als 90 Prozent aller CareLink-Kunden – denken nicht daran. Beide Gruppen haben ihre guten Gründe. Eines haben sie indes gemein: Sie kümmern sich im Notfall umgehend um die Betroffenen, und sie stimmen ihre ersten Massnahmen mit Behörden, Blaulichtorganisationen und CareLink ab.

Sensibilisierung ist grundsätzlich sinnvoll
Ob Personalverantwortliche, Filialleiter oder Notfallmanager nun Teil eines Interventions-Teams sind oder auf Grund ihrer Führungsposition handeln: Sie tun prinzipiell gut daran, sich vorzubereiten und sich mit menschlichen Reaktionen auf ein potenziell traumatisches Ereignis zu befassen. So können sie im Notfall auch die geeigneten Massnahmen bestimmen und in die Wege leiten. «Im Rahmen unserer Notfallmanager-Ausbildung haben wir CareLink deshalb um eine kurze Ausbildung gebeten», sagt Jörg Seeholzer, der Sicherheitsverantwortliche der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB). Für die Betreuung Betroffener nach einem etwaigen Ereignis zieht er in jedem Fall CareLink bei. Bis zum Eintreffen des Careteams ist die BLKB-Notfallorganisation in telefonischem Kontakt mit CareLink, und der involvierte Notfallmanager fungiert dann in der Regel als Bindeglied zwischen Bank und CareLink.

Das interne Team bereitet vor
Andere Unternehmen haben für sich ein kleines internes Interventions-Team gebildet. CareLink hat dem Team in einem spezifischen Kurs das notwendige Basiswissen zur Betreuung Betroffener vermittelt. Die entsprechend geschulten Mitglieder des Teams können somit die erste Betreuung übernehmen, und sie entscheiden, ob eine Verstärkung durch CareLink notwendig ist. Wird bei grösseren oder komplexen Ereignissen CareLink aufgeboten, stehen bei der Ankunft des professionellen Careteams bereits etwa die Räume bereit, in denen Betroffene betreut werden können. Das interne Interventions-Team kehrt organisatorisch und infrastrukturell alles vor und überbrückt in der Betreuung, bis CareLink eintrifft. Es arbeitet dem Careteam von CareLink direkt in die Hand. Oft ist ein Mitglied des internen Emergency-Teams anschliessend auch das Bindeglied zwischen dem betroffenen Unternehmen und CareLink.

Was dafür spricht, was dagegen
Die beiden Beispiele zeigen: Ob ein unternehmenseigenes Interventions-Team sinnvoll ist, lässt sich nicht mit einem absoluten Ja oder Nein beantworten. Will ein Unternehmen bei kleinen Zwischenfällen selbst agieren können, macht ein eigenes Emergency-Team Sinn. Bei einem komplexeren Ereignis ist es für CareLink ideal, wenn das interne Team bereits mit den Betroffenen in Kontakt ist und deren wichtigste Bedürfnisse kennt. So können die Notfallpsychologen von CareLink direkt mit ihrer Betreuung beginnen.

Wer auf ein eigenes Emergency-Team setzt, muss aber auch ein paar Punkte beachten, die negativ ins Gewicht fallen könnten: Betriebsinterne Interventions-Teams aus- und weiterzubilden, ist unabdingbar, kostet aber Zeit und Geld. Die Mitglieder eines Teams müssen sich trotz allfälliger personeller Wechsel gut kennen und sie müssen regelmässig trainieren, um in der Lage sein, den Ernstfall bis zum Eintreffen von CareLink zu bewältigen. Dieser Punkt ist umso bedeutender, als gerade die erste Phase nach einem Zwischenfall meist chaotisch verläuft.

Vor dem Hintergrund des Zeit- und Kostenaufwands kommt ein internes Interventions-Team vor allem für Grossunternehmen oder für Firmen in Frage, die eine eigene Betriebsschutzorganisation, eine betriebsinterne Feuerwehr oder eine eigene Sanität unterhalten. Allerdings kann es auch in einem Grossunternehmen passieren, dass die Mitglieder des internen Emergency-Teams die Betroffenen kennen: Dann wird es schwierig, als Mitglied des Teams neutral zu bleiben und emotional die Distanz zu wahren, die es braucht, um Betroffene wirksam unterstützen zu können.

Fazit: Beide Wege – mit oder ohne unternehmenseigenes Interventions-Team – können zum Ziel führen. Der Aus- und Weiterbildungsaufwand, den ein eigenes Emergency-Teams nach sich zieht, darf allerdings nicht unterschätzt werden. Zudem müssen die Schnittstellen zwischen Notfallstab, eigenem Team und CareLink im Voraus klar definiert werden. Das Ziel bleibt letztlich immer das gleiche: Betroffene zu stabilisieren und ihre eigenen psychischen und physischen Ressourcen so zu aktivieren, dass sie so rasch wie möglich ihren Alltag wieder eigenständig meistern.

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