Krisenmanagement – eine ganzheitliche Aufgabe

Ohne professionelle Vorbereitung droht das Chaos – von Peter Becker    
 
Peter Becker von der BDB protection GmbH im Deutschen Wiesmoor ist ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet des Krisenmanagements. Er hat uns freundlicherweise eine seiner Präsentationen zur Verfügung gestellt. Sie können seine Gedanken zu diesem Thema in gekürzter und redigierter Form auf unserer Website nachlesen. Peter Becker legt vor allem Wert auf eine professionelle Vorbereitung, die sämtliche Aspekte einer Krise berücksichtigt.

Sicherheit ist ein komplexes Problem, dass man nur in den Griff bekommt, wenn personelle, organisatorische und technische Massnahmen zur Gefahrenabwehr aufeinander abgestimmt sind. Speziell die existenziellen Bedrohungen, die unverhofft auftreten und grosse Auswirkungen auf alle Betroffenen haben, lösen deshalb nur dann keine chaotischen Zustände aus, wenn im potenziellen Gefahrenfeld eine professionelle Vorbereitung stattgefunden hat.

Dank eines durchdachten Krisenkonzepts kann eine verantwortliche Organisation auf allen Ebenen vielen Schäden vorbeugen, sie vermeiden oder minimieren. Betroffenen wird schnell professionelle Hilfe zugeführt. Reaktionszeiten werden verkürzt. Imageschäden können abgewendet und dem krisengeplagten Unternehmen die Sicherheit gegeben werden, alles Mögliche und Notwendige vorgekehrt zu haben. Dabei gilt auch hier, dass eine Kette immer nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied!

Sicherheit ist ein ganzheitliches Problem
Sicherheit ist folglich ein ganzheitliches Problem, das vom Menschen bestimmt und durch Technik unterstützt wird. Deshalb muss es auch ganzheitlich angegangen werden. Ein effektives Krisenkonzept muss sämtliche Schritte umfassen von der Risikobewertung über den Gefahrenabwehrplan und die Prävention bis zur Bewältigung eines effektiven Ereignisses.

1. Risikobewertung / Sicherheitsanalyse

Zur Sicherheitsanalyse gehören Umgebungsrisiken ebenso wie Arbeits- und Projektrisiken. In einem ersten Schritt gilt es ein Risikoprofil zu erstellen, das auch die gesetzlichen Vorgaben beachtet. Dabei werden die identifizierten Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenpotenzial klassifiziert. Daraus abgeleitet werden relevante Schadenszenarien skizziert.

2. Gefahrenabwehrplan

Nun werden die bestehenden Sicherheitsmassnahmen im Hinblick auf die erarbeiteten Szenarien bewertet und wo nötig ergänzt. In einem nächsten Schritt wird das eigentliche Notfallkonzept erarbeitet. Es legt fest, welche Präventionsmassnahmen ergriffen werden müssen und wie eine konkrete Krise bewältigt wird.

3. Notfallplan / Prävention

Auf dieser Stufe werden Ausrüstungsbedarf, handelnde Personen, Krisenorganisation und Verantwortungen festgelegt sowie die wichtigsten präventiven Massnahmen zur Verhinderung einer Krisensituation ergriffen.

Neben dem Aufbau und der Schulung eines Führungs- und Krisenstabes sind dabei folgende Punkte von Bedeutung:

  • Alarmierungspläne vorzubereiten
  • Die Informationsverarbeitung zu organisieren
  • Eine krisensichere Kommunikation aufzubauen
  • Individuelle Notfallpläne zu definieren
  • Kontakt mit Behörden, Medien usw. aufzunehmen
  • Informationen für Behörden bereitzustellen
  • Medien-, Betreuungs- und Nachbereitungskonzepte zu erstellen

4. Der Krisenfall
Die Krise ist eingetreten. Jetzt geht’s rund! Alles muss bzw. soll nach den vorbereiteten Konzepten und Plänen ablaufen. Die professionelle Vorbereitung hilft nun, aus der zwangsweisen Reaktionsphase möglichst schnell in eine glaubwürdige und für die Umwelt und Medien transparente Aktionsphase überzugehen.

5. Reaktion / Aktion
Der Krisenstab übernimmt die Leitung und Verantwortung. Er erstellt zuerst ein Lagebild und bewertet die Art und das Ausmass der Krise, um zeit- und sachgerechte Entscheidungen treffen zu können. Dazu werden Abläufe, Personaleinsatz, Massnahmen, Information und Kommunikation gemäss den definierten Risikoszenarien festgelegt. Der Krisenstab sorgt in der Folge auch für die Umsetzung der beschlossenen Massnahmen und die Beurteilung der aktuellen Lage. Dazu gehören unter anderem die Informationsbeschaffung und -verarbeitung, die laufende Aktualisierung und Visualisierung des Lagebildes, die Dokumentation der Ereignisse sowie die Koordination und Kontrolle der durchgeführten Aktivitäten.

Externe Berater
Externe Berater können vor allem in der Vorbereitung und Prävention für diverse Aufgaben beigezogen werden. Mit ihrem professionellen Fachwissen können sie zum Beispiel beim Aufbau eines Krisenstabes wertvolle Unterstützung bieten, die Führungskräfte und Mitarbeitenden schulen sowie Betreuungs-, Medien- und Nachbearbeitungskonzepte entwickeln. Immer mit dem Ziel, die Folgeschäden eines Ereignisses dank einer professionellen Vorbereitung so klein wie möglich zu halten.

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